opportun.net

Der opportunistische Ansatz

Der Begriff Opportunismus stammt von dem lateinischen Wort „opportunus“ ab, welches in die deutsche Sprache so viel wie „günstig“ oder „gelegen“ bedeutet. Demnach bedeutet Opportunismus das Anpassen an oder das Ausnutzen von einer günstigen Gelegenheit oder Situation. Ein Opportunist ist also jemand der eine gegebene Situation so nutzt, damit er zweckmäßig einen Vorteil aus ihr ziehen kann und dabei moralische Zweifel und Bedenken ausblendet, sondern einfach nur versucht die jeweilige Lage zu seinem eigenen Gunsten zu so gut wie möglich zu nutzen. Das Adjektiv zu dem Wort Opportunismus lautet opportunistisch.

Der Opportunist vernachlössigt moralische und ehtische Werte wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zu Gunsten seines Nutzens.

Der Opportunist vernachlässigt moralische und ethische Werte, wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, zu Gunsten seines Nutzens.

Der Opportunismus sieht die Zweckmäßigkeit höher als die ethische Grundsatztreue und die eigenen Moral- und Wertevorstellungen an. So achtet ein Opportunist nicht auf mögliche Konsequenzen oder die Schädigung seiner Reputation solange er in der Lage ist sein Ziel zu erreichen und einen Nutzen aus der gegebenen Situation zu ziehen. Er handelt also opportunistisch. Nicht ganz so negativ assoziiert wie der Opportunismus ist der Pragmatismus bei dem die jeweilige pragmatisch handelnde Person niemand mit seinem Verhalten schadet oder per Zufall eine glückliche Situation nutzen kann, ohne seine Wertevorstellungen dafür zu überschreiten oder zu verletzen. Personen, die opportunistisch sind oder oft opportunistische Ansichten haben, werden in der Gesellschaft oft als skrupellose Personen angesehen, da sie Werte wie Freundschaft oder Prinzipientreue vernachlässigen. Aus diesem Grund wird mit ihnen eher etwas Negatives assoziiert, obwohl der Begriff in anderen Bereich, wie in dem der Biologie, auch positiver betrachtet werden kann.

Bereiche wo man opportunistisch sein kann

Im Bereich der Wirtschaft versteht man unter diesem Begriff in der Transaktionskostentheorie, dass bei Verträgen die Leute wenn es nötig ist gegen die Norm eines Vertrages zu verstoßen, um einen Handelspartner durch den Vertrag mit einer List zu täuschen um eigene Vorteile für sich herausschlagen zu können. Somit handelt der Akteur opportunistisch.
In einem politischen oder sozialen Kontext assoziiert man mit jemandem der opportun handelt eine Person, die charakterlich verwerflich handelt und aus diesem Grund hat der Begriff einen negativen Beigeschmack. In der Politik bedeutet opportunistisch also, dass Aufgeben der eigenen Prinzipien und der eigenen Meinung, nur um in seiner eigenen Partei oder bei den Wählern mehr Zuspruch erlangen zu können. Dabei werden die Langzeitfolgen wie zum Beispiel die daraus resultierende Unglaubwürdigkeit einer Partei oder eines Politikers erst einmal ausgeblendet um ein kurzfristiges Ziel wie einen momentanen Aufschwung in der Beliebtheitsskala, wie zum Beispiel durch die Einwilligung in ein umstrittenes Gesetz, zu erreichen.
In der Biologie versteht man den Begriff positiver. So werden diejenigen Organismen als Opportunisten bezeichnet, die sich nach der Evolutionstheorie Darwins am besten ihrer Umwelt anpassen und flexibel auf neue Umstände reagieren. Laut dieser Ansicht ist der Opportunismus lebensnotwendig und der Begriff nicht so negativ beladen wie in einer sozialen Gesellschaft.