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Opportunist

Im Berufs- und Privatleben begegnet einem so mancher Opportunist, auch wenn der Volksmund bzw. die Umgangssprache dafür andere Begriffe für die Zeitgenossen gefunden hat, die die gleichen Verhaltensweisen zeigen: Wendehals, Fahrradfahrer oder Schleimer sind mehr oder weniger freundliche Formulierungen oder auch Diffamierungen. Doch lesen Sie zuerst selbst nach, wodurch ein Opportunist gekennzeichnet ist.

Der Opportunist und sein fehlendes Rückgrat

Der Opportunist ist mit einem Chamaeleon zu vergleichen, dass seine Farbe ja nach Umgebung wechselt und sich anpasst: Ähnlich stehtm es um die Meinungsresistenz des Opportunisten.

Der Opportunist ist mit einem Chamaeleon zu vergleichen, dass seine Farbe ja nach Umgebung wechselt und sich anpasst: Ähnlich stehtm es um die Meinungsresistenz des Opportunisten.

Ein wesentliches Erkennungsmerkmal sind extrem schwankende und nicht prognostizierbare Verhaltensweisen. Der Grund dafür ist, dass der Opportunist in vielen Fällen entweder gar keine Prinzipien hat oder diese bei dem leichtesten Gegenwind über Bord schmeißt. Er hat kein Rückgrat, schaut zuerst aus welcher Richtung der Wind weht. Letztendlich schließt er sich entweder der Mehrheitsmeinung an oder der Meinung des Chefs oder Vorgesetzten. Je nachdem, was gerade besser ins Konzept und zum Fortkommen passt. Deshalb wird der Opportunist auch irgendwann beruflich an seine Grenzen kommen: Überall dort, wo selbstbewusste Entscheidungen gefragt sind, wird der Opportunist früher oder später Schiffbruch erleiden. Denn normalerweise vermeidet er jede eigene Meinung und passt sich extrem an. Nach oben buckeln, nach unten treten könnte sein Lebensmotto sein.

Die Vorteile des Opportunismus

Oberflächlich betrachtet ist der Opportunist auch bei Chefs und Kollegen eine sehr gern gesehene Spezies. Wer bei ihm den richtigen Ton anschlägt oder auf die bestehende Hierarchie verweist, der kann das Verhalten beinahe beliebig lenken und verändern. Die nahezu unbegrenzte Beeinflussbarkeit macht ihn aber auch zum beliebten Opfer, wenn kurz vor dem Wochenende noch ein Eilauftrag zu erledigen ist. Sein fehlendes Selbstbewusstsein lässt ihn fast jede Aufgabe ertragen, auch wenn eigentlich ein Kollege damit dran wäre, den Freitagnachmittag zu übernehmen.

Opportunismus ist auch deshalb ein sehr weit verbreitetes Phänomen in Industrie und Gesellschaft, weil nur die wenigsten Menschen lernen, sachlich Kritik zu üben oder Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. So basiert ein Großteil der Schulausbildung auf dem Frontalunterricht von Lehrer zu Schülern. Und nur wenige Schulfächer regen zum Denken und Mitdiskutieren an. Lediglich in Schleswig-Holstein gibt es das Fach Verbraucherkunde, in dem kritisches Nachfragen gelehrt wird. Ebenso wie das Fach Geschichte/Sozialkunde in einigen Ländern, welches zu kritischem Diskurs anregt.

Der Opportunist ermöglicht ein Milliardengeschäft für andere

Eine der erstaunlichsten, modernen Anwendungen für opportunistische Verhaltensweisen ist der “Gefällt mir”-Button eines sozialen Netzwerkes. Bisher konnte mir niemand wirklich nachvollziehbar sagen, warum ein Produkt besser ist, wenn es viele andere auch als gut ansehen! Jeder Opportunist in einem Unternehmen wird aber Freude daran haben, wenn das Produkt mehr Zustimmung bekommt, als ein anderes. “Gefällt mir” ist also das Symbol für jeden Opportunisten im 21. Jahrhundert. Obwohl dies nur ein Teil der Kommunikationsformen auf Facebook ist, ist es doch erstaunlich, dass dieses Unternehmen zeitweise zu den wertvollsten auf der Welt gehörte.